| Geschrieben von Bernhard Husch | |
| Samstag, 27. Oktober 2007 | |
Backstage
Vorn im Rampenlicht sieht alles anders aus als hinter der Bühne. Wir gucken mal, wer in der Musicfactory Berlin die Fäden zieht...
"Musik ist brotlose Kunst", sagte huschs Oma immer und meinte, dass man mit Musik kein Geld machen kann. Ohne Geld fing es bei husch auch an mit der Musik. Denn es fehlte, als mit vierzehn Jahren der Wunsch erwachte, Gitarre spielen zu wollen. Also musste Oma ran, um die erste Gitarre zu finanzieren. Gitarrenunterricht war bei dem knappen Familieneinkommen in den 60ern auch nicht drin, die Tante kannte ein paar Griffe, ihr Repertoire passte nicht so ganz zu huschs musikalischen Vorstellungen. Also hieß es, abkupfern von anderen, was das Zeug hielt.
Mit fünfzehn gründete husch seine erste Band. Klassische Besetzung mit vier Schulbubis, im Repertoire die damals gängige Beatmusik. Verstärker und E-Gitarre wurden nach und nach vom mageren Taschengeld abgestottert. Zum Kauf eines Banjos wurde auch mal die reiche Erbtante angehauen.
Die Gitarre wurde in der Folgezeit zum wichtigsten Begleitpartner, die Schule musste dabei ein wenig in den Hintergrund rücken; in der Schule gab es viele Genossen, die gleichgesinnt waren. Man blieb nach dem Unterricht dort und spielte, bis die Saiten qualmten.
Nach der Beatband trat eine Wende ein: husch spielte in einer Folk- und Gospelgroup. Allerdings nicht mehr Gitarre, sondern Bass. Zu diesem Instrument kam er, weil kein Mensch Bass spielen konnte und wollte. Ihn reizte das Neue. Auf der Gitarre entdeckte er plötzlich, dass es auch Jazzharmonien gab, fortan fing er an, komplexe Griffe zu erbastel.
Eine musikalische Nebenlinie, die husch faszinierte, waren Liedermacher wie Wader, Roski, May und Co. Deren Lieder studierte er ein und brachte sie auf zahlreichen bunten Abenden zu Gehör. Die Lieder von Herman van Veen erforderten weitere Kenntnisse in der Harmonik und Gitarrenspieltechnik, die huschs Ehrgeiz herausforderten.
Unvergessen sind etliche sonntägliche Sessions mit seinem Freund Michael S. im Lichtenrader Wäldchen, wo muntere Dixieland-Klänge von Klarinette und Banjo die Spaziergänger an der Berliner Mauer erfreuten.
Mit seinen beiden befreundeten Michaels und Waldemar C. spielte er wenig später in einer Tanzcombo zu Laubenpieperfesten bis die ersten Schnapsleichen auf die Bühne kippten.
Nach den ersten Studiensemestern wurden alle Musiker solide und widmeten sich ihrer beruflichen Laufbahn. So auch husch. Lange Zeit spielte er nur im Wohnzimmer vor seiner Schrankwand Gitarre. Auch noch als junger Familienvater wandte er seine musikalischen Fähigkeiten nur zur Unterhaltung seiner Kinder ein.
Durch eine Indiskretion wurde an der Schule, wo husch als Lehrer arbeitete, bekannt, dass er Gitarre und Bass spielen könne. Sogleich wurde er für eine Lehrerband engagiert. Dies sollte das Sprungbrett für weitere Aktivitäten sein. Wenig später tingelte er mit einer Lehrerband durch zahlreiche Tennisclubs und andere Etablissments durch das ehemalige Westberlin. Weil husch zu den Auftritten dieser Band kein Glitzerjackett anziehen wollte, wurde er dort hinauskomplimentiert.
Durch ein Inserat in einem Anzeigenblättchen kam er 1988 zu einer Bluesband, die in einer Kreuzberger Fabriketage spielte. In dieser Band spielt er noch heute. Sie spielen heute allerdings nicht mehr nur Blue, sondern covern Titel aus den 60ern bis heute.
1999 begann husch, mit dem Computer Musik zu produzieren, nachdem er sich ein kleines Heimstudio aufgebaut hatte. Nicht nur huschs Interesse für Computer waren der Grund für diese neue Aktivität, sondern auch die Tatsache, dass die Mitmusiker in der Band Beatset seine Kompositionen nicht spielen wollten bzw. konnten. Denn im Herzen ist husch ein echter Jazzer.
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| Letzte Aktualisierung ( Freitag, 18. Juli 2008 ) |
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"Musik ist brotlose Kunst", sagte huschs Oma immer und meinte, dass man mit Musik kein Geld machen kann. Ohne Geld fing es bei husch auch an mit der Musik. Denn es fehlte, als mit vierzehn Jahren der Wunsch erwachte, Gitarre spielen zu wollen. Also musste Oma ran, um die erste Gitarre zu finanzieren. Gitarrenunterricht war bei dem knappen Familieneinkommen in den 60ern auch nicht drin, die Tante kannte ein paar Griffe, ihr Repertoire passte nicht so ganz zu huschs musikalischen Vorstellungen. Also hieß es, abkupfern von anderen, was das Zeug hielt.
Die Gitarre wurde in der Folgezeit zum wichtigsten Begleitpartner, die Schule musste dabei ein wenig in den Hintergrund rücken; in der Schule gab es viele Genossen, die gleichgesinnt waren. Man blieb nach dem Unterricht dort und spielte, bis die Saiten qualmten.
Eine musikalische Nebenlinie, die husch faszinierte, waren Liedermacher wie Wader, Roski, May und Co. Deren Lieder studierte er ein und brachte sie auf zahlreichen bunten Abenden zu Gehör. Die Lieder von Herman van Veen erforderten weitere Kenntnisse in der Harmonik und Gitarrenspieltechnik, die huschs Ehrgeiz herausforderten.
Nach den ersten Studiensemestern wurden alle Musiker solide und widmeten sich ihrer beruflichen Laufbahn. So auch husch. Lange Zeit spielte er nur im Wohnzimmer vor seiner Schrankwand Gitarre. Auch noch als junger Familienvater wandte er seine musikalischen Fähigkeiten nur zur Unterhaltung seiner Kinder ein.
Durch eine Indiskretion wurde an der Schule, wo husch als Lehrer arbeitete, bekannt, dass er Gitarre und Bass spielen könne. Sogleich wurde er für eine Lehrerband engagiert. Dies sollte das Sprungbrett für weitere Aktivitäten sein. Wenig später tingelte er mit einer Lehrerband durch zahlreiche Tennisclubs und andere Etablissments durch das ehemalige Westberlin. Weil husch zu den Auftritten dieser Band kein Glitzerjackett anziehen wollte, wurde er dort hinauskomplimentiert.
Durch ein Inserat in einem Anzeigenblättchen kam er 1988 zu einer Bluesband, die in einer Kreuzberger Fabriketage spielte. In dieser Band spielt er noch heute. Sie spielen heute allerdings nicht mehr nur Blue, sondern covern Titel aus den 60ern bis heute.
1999 begann husch, mit dem Computer Musik zu produzieren, nachdem er sich ein kleines Heimstudio aufgebaut hatte. Nicht nur huschs Interesse für Computer waren der Grund für diese neue Aktivität, sondern auch die Tatsache, dass die Mitmusiker in der Band Beatset seine Kompositionen nicht spielen wollten bzw. konnten. Denn im Herzen ist husch ein echter Jazzer.