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If I Could Wrap Up A Kiss
Geschrieben von Bernhard Husch   
Mittwoch, 8. Dezember 2010

If I Could Wrap Up A Kiss

siljepresses-hdec2008.jpg

Es scheint inzwischen bei Silje Nergaard wie in dem bekannten Sketch "Dinner for One" zu sein: Same procedure as last year. Fanden die Konzerte der Künstlerin bisher immer im Zweijahresabstand statt, so scheint es jetzt ein jährliches Wiedersehen zu geben.


Der Ort für das diesjährige Konzert war etwas ungewöhnlich: Die Passionskirche am Marheinekeplatz war noch nie Schauplatz von Silje Nergaards Konzerten. Das Ambiente durchaus angemessen für die thematische Überschrift "Norwegische Weihnacht", ein intimer Rahmen mit einer - wie sollte es auch anders in einer Kirche sein - steifen Sitzordnung (die Kirchenbänke sind auch nicht sehr bequem). 
 
Silje singt im ersten Teil Songs von ihrem neuen Album "If I Could Wrap Up A Kiss". Auf ihrer Website kann man schon ein Kostpröbchen davon hören. Im ersten Moment hört es sich von der CD für den Rezensenten ziemlich kitschig mit den Streichern an. Im Konzert wird aber mit der inzwischen bewährten neuen Band gearbeitet und der Kitsch erscheint wie weggeblasen, weil die Instrumentierung eine andere ist.. Dem Gitarristen Björn Charles Dreyer fällt diesmal eine besondere Rolle zu: er darf viel Begleitung - auch allein - zu Siljes Songs spielen, er singt sogar mit ihr.Unterschiede zur Live-Darbietung gibt es auf der CD schon: So wird die Sängerin auf der CD beim Titelsong If I Could Wrap Up A Kiss von dem deutschen Swingstar Roger Cicero unterstützt; im Lied Det Var Ein Gong erscheint Sigvart Dagsland, ein norwegischer Popsänger, Komponist und Pianist.
 
Die Künstlerin bietet nicht nur eigenes Material dar. So singt sie unter anderem Paul McCartneys Wonderful Christmas Time und das Lied Have Yourself A Merry Little Christmas, das der Komponist Hugh Martin in den 40er Jahren für Judy Garland geschrieben hatte.
 
Die Passionskirche am Marheinekeplatz ist nicht der ideale Ort für  die Aufführung von Musik, selbst wenn sie im - wie in diesem Fall - eher kammermusikalisch dargeboten wird. Der Sound ist in dem halligen Kirchenschiff zu basslastig, sämtliche tiefen Frequenzen - auch die tieffrequenten Anteile menschlicher Stimmen - verdecken die hohen Frenquenzen. Darunter leidet auch die Verständlichkeit der Ansagen. Wer jedoch schon öfters in Konzerten von Silje Nergaard war (sie finden in Berlin ja immer um die Weihnachtszeit statt), der weiß schon, was sie erzählt: es ist zwar immer sehr unterhalrsam, aber bestimmt nichts Neues.
 
Nach ca. einer Stunde velassen die Sängerin und die Band die Bühne, nur Helge Lien bleibt allein am Flügel zurück und spielt eine Variation über Es ist ein Ros' entsprungen. Auch hier kann sich der Zuhörer an den schönen Läufen der rechten Hand des Pianisten erfreuen. Nach diesem kleinen Einschnitt geht es weiter mit dem gesamten Ensemble und Stücken aus vergangenen Alben. Am Ende kann das Publikum die Künstler noch zu einigen Zugaben überreden. Trotz der kritischen Akustik an diesem Abend ein gelungenes Konzert, das eine vorweihnachtliche Stimmung aufkommen ließ.
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 10. Dezember 2010 )
 
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