Silje Nergaard live im Kammermusiksaal
Silje Nergaard (Foto: © 2005 Nina Aldin Thune)
Im Oktober war es wieder einmal soweit: die norwegische Jazzsängerin Silje Nergaard trat mit ihrer Band in Berlin auf.
Der Kammermusiksaal im Berliner Kulturforum ist eigentlich kein guter Veranstaltungsort für Konzerte mit verstärkten Instrumenten. Nicht dass es zu laut wäre, nein die Raumakustik lässt die Musik etwas vermanscht klingen. So auch bei diesem Konzert - eigentlich sehr schade.
Das neue Album Darkness Out Of Blue ließ schon Spannung aufkommen, denn es ist das erste Album, das Silje mit ihrer neuen Band eingespielt hat. Sie beginnt den Abend solo am Fender Rhodes mit dem Titel Paper Boats.
Ein besonderes Highlight fällt an diesem Abend auf den Pianisten Helge Lien, der sich als sehr temperamentvoll und virtous erweist, und sich damit von dem eher introvertierten Tord Gustavson abhebt, von dessen Trio sie sich bislang begleiten ließ. Der Bassist Finn Guttormsen kann leider sein Können nicht voll zur Geltung bringen, ihm wird wenig Raum für Improvisation geboten. Schon bekannt ist der Gitarrist Bjørn Charles Dreyer, den man schon bei früheren Konzerten der Sängerin gehört hat. Der exzellente Schlagzeuger Jarle Vespestad wurde aus dem alten Trio übernommen.
Mit dem Wechsel der Begleitband hat sich zwar nicht der Sound und die typische kompositorische Handschrift der Sängerin und Komponistin geändert, aber stilistisch tendieren die neuen Songs alle zum Pop, obwohl alle Musiker als Jazzer bekannt sind. Der Song When Judy Falls ist eindeutig ein Popsong, der das Zeug hat, genauso in die Charts zu gelangen wie ihr Stück I Don't Want To See YOu Cry.
Mit zwei Zugaben ist das Konzert nach 100 Minuten beendet, der Zuhörer geht - beseelt von schönen Melodien und bravourösen Soli des Pianisten - nach Hause.
Das Jazzecho schreibt über sie folgendes...
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